Alles über die wechselvolle Geschichte des Hauses. U.a. ein Artikel über die gesamte Geschichte von 1892 bis Heute. Dazu eine Video mit einer Führung von 2007 durch das Haus.
Eine Fernsehbeitrag des mdr von 2014 über die Hausgeschichte:
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„Riesenstrahl gen Himmel – Das Geschenk der Pumpenwerker für unsere Stadt“ titelte die FREIHEIT am 10.4.1968. War man damals – sieben Jahre nach Gagarins Weltraumflug – im Weltraumfieber? Halles neue Errungenschaft schaffte Zeitungsberichten zufolge mal 40, 50, 60, 70, dann nur 20, aber auch 90 Meter Höhe! Nach der Generalüberholung von 2009 sind maximal 80 Meter genannt. Geplant wurde der „Kultur- und Erholungspark“ auf der Ziegelwiese Mitte der 1960er Jahre. Es wurde als sumpfiges Land beschrieben, das nach Schließung der Tongruben zurückgeblieben war. Fertigstellung war 1968 anlässlich der 10. Arbeiterfestspiele – zeitgleich mit der Neugestaltung der Peißnitz mit Messehallen, Wegeführung und Bühne. Doch nicht alles wurde realisiert. So berichtete die LDZ 1969: „In unmittelbarer Nähe dieses Teiches soll im nächsten Jahr ein Mehrzweckpavillon errichtet werden, von dem eine Freitreppe, die links und rechts durch ein befestigtes Ufer begrenzt ist, direkt zur Wasserfläche führt. Außerdem soll ein Teil der Sumpfflora am See erhalten bleiben.“ Auch später fanden Veränderungen noch statt: „Großflächig wurde Mutterboden angefahren und eingeebnet“, berichtete "Der Neue Weg" 1972. „Dadurch erhöhte sich die Bodenoberfläche um 1,5 bis 2 Meter.“
Der "Plastikpark"
Zur Ziegelwiese gehört seit 1970 auch ein „Plastikpark“ – ein Titel, der heute ganz etwas anderes suggeriert. Heinz Beberniß‘ Skulptur „Lesende“ sowie „Vater und Sohn“ von Martin Wetzel sind hier wie fest gewurzelt. Doch in der 50-jährigen Geschichte der Fontäne finden sich auch Momente des Bangens. Wie jener vom August 1994, als der Pumpenmotor nach Hochwasserschäden aufgegeben wurde. Damals „erwies sich Elektro-Ingenieur Hans-Eckart Prinzler als Retter in höchster Not“, schrieb die MZ. Wenige Jahre später brachten die „Freunde der Fontäne“ mit großer Unterstützung hiesiger Firmen und Bürger die dringend nötige Generalsanierung auf den Weg. Den Anstoß dazu gab 2006 der hallesche Architekt Christian Däschler. Für alle Aufgaben von Motor über Pumpe, Schieber, Rohrleitungen, elektronischer Steuerung und Düse bis zu baulichen Ergänzungen konnten Spezialisten und Sponsoren gefunden werden. So kann man heute sagen, dass unsere Fontäne ein nunmehr doppeltes Geschenk ist! Wer kennt die Insel noch aus früherer Zeit? Wir sammeln Geschichten und Geschichte! www.fontaene-halle.de |
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Ein Zeitzeugeninterview mit Ruth Herbaczowsky

Ruth Herbaczowsky, geboren 1928, ehemalige Lehrerin und Lehrkraft an der Martin-Luther-Universität Halle:
Du warst 1944 einige Zeit im Peissnitzhaus. Wie ist es dazu gekommen?
1943 bin ich in Halle aus der Schule gekommen und musste dann ins Pflichtjahr. Ich hatte Glück und konnte als Pflichtjahrmädchen zu einer gutbürgerlichen Familie an die Ostsee. 1944 kam ich nach Halle zurück und habe dann ab 1.April die Handelsschule in der Martinstrasse besucht. Dort haben wir Schreibmaschine, Stenografie und Bilanzieren etc. gelernt. Am 1. Oktober 1944 wurden alle Schulen geschlossen und wir wurden kriegsverpflichtet. Ich bin zur Heeresnachrichtenschule in Heide-Süd gekommen und wurde als Fernschreiberin ausgebildet. Das dauerte ca. ca. 5 – 6 Wochen. Die Ausbildung fand in Heide-Süd statt. Zum Schlafen waren wir im Peißnitzhaus untergebracht. Wir waren dort vielleicht so 100 bis 120 Mädchen im Alter von 16 bis 20 Jahren und haben im großen Saal in dreistöckigen Betten geschlafen. Das ist mir noch gut in Erinnerung. Leider weiß ich nicht mehr, ob wir dort auch Essen bekommen haben. In die anderen Räume bin ich gar nicht groß gekommen, denn wir wurden ja jeden Tag von morgens früh bis abends beschäftigt. Nach der Ausbildung wurde ich zur Reichsbahn geschickt und habe in Halle bei der Direktion der Reichsbahn in einer Schreibstube als Fernschreiberin gearbeitet. Dort habe ich etwas ganz Schreckliches erlebt: Man hat ja manchmal gewusst, wer am anderen Ende der Leitung war und dann auch etwas privat hin- und hergeschrieben. Einmal musste ich aufhören, weil Fliegeralarm war. Als ich wieder anrief, war das Mädchen am anderen Ende der Leitung nicht mehr da. Sie war tot.
Warst Du dann später noch im Peißnitzhaus oder hast Du mit dem Pionierhaus etwas zu tun gehabt?
Ich war ja später lange Jahre Lehrerin und habe mit meinen Schülern immer viel*unternommen. Bei mir wurde immer gewandert und ein Museum besucht und der Spaß kam auch nicht zu kurz. Mit den Schülern meiner 5. Klassen war ich z.B. immer in Halle im Museum für Vorgeschichte. Danach sind wir zur Peißnitz gelaufen und waren auf dem baschkirischen Spielplatz. Dort konnten die Kinder sichaustoben. Im Pionierhaus waren wir vielleicht zum Essen, das weiß ich aber nicht mehr so genau.
Ruth Herbaczowsky ist heute Rentnerin und verfolgt die Entwicklung des Peißnitzhauses genauso aufmerksam wie die Weltpolitik. Sie hat einen Weltkrieg erlebt und versteht nicht, dass manche Menschen daraus offenbar nichts lernen. Sie trifft sich heute noch mit ehemaligen Schülern und Studenten, die sich gerne an die Zeit mit ihr erinnern. Aufgeschrieben von Bertolt Marquardt. Die Fragen stellte Charlotte Marquardt.
Haben Sie eine Geschichte für uns oder kennen eine Zeitzeugin, einen Zeitzeugen? Schicken Sie uns eine Mail an
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oder Post an Peißnitzhaus e.V., Peißnitzinsel 4, 06108 Halle. |
Ein Zeitzeugenbericht von Marianne Elke Hohmann
In der Turmwohnung ( Winter 1968)
Der Wind wühlt in den Bäumen und bläht sich auf zum Sturm, ich wohne bei den Eulen, dicht unterm Turm.
Und in den alten Balken, da nagt der Zahn der Zeit Er ist nicht aufzuhalten, er liebt die Ewigkeit.
Und während ich so sinne, bedenke ich das Jahr da kriecht mir eine Spinne, durch das offene Haar.
Als ich meine Tätigkeit im Pionierhaus als stellvertretende Hausleiterin begann, war ich dreiundzwanzig Jahre alt und im dritten Monat schwanger. Zu dieser Zeit befand ich mich im Fernstudium für Pionierleiter mit Lehrbefähigung in den Fächern Kunsterziehung und Sport für die Klassen eins bis vier. Ich arbeitete seit zwei Jahren in der Bezirksleitung der Pionierorganisation als Instrukteur. Als diese Leitung in der FDJ Organisation auf oder unterging, wurde ich umverteilt. Für mich zählte die Arbeit mit Kindern und ich weigerte mich als Instrukteur beim Jugendverband eingesetzt zu werden, und so landete oder strandete ich auf der Peißnitz im Pionierhaus. Ins kalte Wasser geschmissen, musste ich schwimmen lernen um nicht unter zu gehen. Natürlich war ich neugierig auf den neuen Arbeitsbereich und willig etwas zu leisten und zu bewegen.
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Der Grundriss des früheren Gesellschaftshauses ist unregelmäßig und gliedert sich in drei Gebäudeflügel, von denen der sich in Ost-West-Richtung ausgedehnte Saalflügel dominiert. Rechtwinklig schließen sich die Nord- und Südflügel an. Alle drei Gebäudeflügel sind mit einem Satteldach versehen. Die Mitte des Hauses bedeckt ein Zeltdach. Südlich davon erhebt sich ein quadratischer Turm mit Aussichtsplattform, der seit einem Umbau im Jahre 1934 nur noch schwer zugänglich ist
Bemerkenswert sind zwei repräsentative Gasträume im Erdgeschoß mit aufwendigen Stuckdecken und floralen dekorativen Wandbemalungen, die teilweise noch erhalten sind. Stuckverzierungen in einfacherer Ausführung befinden sich auch im oberen großen Saal. Die Saaldecke ist eine aufwändige, fast intakte bemerkenswerte Holzkonstruktion die im Mittelpunkt einen großen elektrischen Kronleuchter hatte.
Das Peißnitzhaus besitzt ein ebenerdiges Keller- bzw. Sockelgeschoss. Darüber zwei Vollgeschosse sowie ein Dachgeschoss. Das aus Porphyr gemauerte Gewölbe des Sockelgeschosses wurde an der Ostseite, wegen der ständig drohenden Hochwassergefahr offen gelassen. Bei Überflutung konnte so das eingedrungene Wasser schnell wieder abfließen. Eine große Freitreppe an der Südseite führte in das Erdgeschoss. Das Peißnitzhaus ist im Süden von einer unteren, sowie einer höheren an den Saal stoßenden Terrasse mit gedeckter Veranda umgeben. Auch im Norden befindet sich eine an den Saal stoßende Terrasse die ebenfalls gedeckt ist. Sämtliche Terrassen sind im Unterbau massiv aus Porphysteinen und geschliffenen roten Sandstein errichtet.. Die Brüstungen bestehen ebenfalls aus geschliffenem roten Sandstein und bestehen aus Pfeilern und Zwischenstücken mit durchbrochenen Öffnungen
Im gesamten Gebäude vom Gewölbe- bis zum Dachgeschoß gibt es zahlreiche Räumlichkeiten, die nur darauf warten wieder genutzt zu werden. Damit endlich wieder Leben ins Schlösschen einzieht. |

Die Messehallen wurden als Veranstaltungsort für die 10. Arbeiterfestspiele vom 14.-16. Juni 1968 gebaut. Es handelte sich dabei um zwei zusammenhängende Stahlleichtbauhallen vom Typ Hettstedt, die Wände aus Platten aus dem Plattenwerk Trotha und die Fenster mit kittloser Verglasung. Die Hallen verband ein Zwischenanbau, in dem sich Foyer, Toiletten und weitere Funktionsräume befanden. Der Zugang erfolgte an den Giebelseiten. Da das Gebiet als überschwemmungsgefährdet galt, wurde die Grundfläche um 60-80 cm aufgefüllt. Als Maßstab diente dabei das Hochwasser von 1947 mit 75,8 m über NN.
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